Die Frage lautete weiter:
Kann man dies auch bei Adressen durchführen, die der Kunde zum Beispiel schriftlich oder telefonisch mitteilt?

Die E-Mail würde, wie bei einer Double Optin Mail, nur den reinen Bestätigungstext enthalten und keine Werbung oder andere werbenden Hinweise.

Ja, an Kunden darf man solche Mails versenden. Man sollte aber bei der Definition „Kunde“ sorgfältig sein. Es muss vor und während dem Versand der E-Mail ein gültiges Vertragsverhältnis bestehen, wenn noch keine Einwilligungserklärung zum Versand von E-Mails erfolgt ist. Ein Kunde ist z. B. ein Geschäftspartner oder ein Besteller eines Produkts in meinem Online Shop, aber auch nur, wenn dieses Verhältnis nicht Jahre her ist. Jemand, der sich nur vorab für meine Leistungen oder Produkte interessiert, ist kein Kunde. Es müssen alle Voraussetzungen nach §7 Abs. (2) UWG erfüllt sein.

Die Fragestellung zielt auf die nicht seltene Situation ab, dass jemand in einem Beratungsgespräch signalisiert, dass er weitere Informationen per E-Mail erhalten möchte und dazu die eigenen Kontaktdaten in Form einer Visitenkarte mitteilt. Dies kann als Einwilligung in den Erhalt von Werbe-E-Mails angesehen werden, es ergibt sich aber unter Umständen das Problem der Nachweisbarkeit. Weiterhin könnten die Kontaktdaten (insbesondere E-Mail-Adresse) letztlich doch von jemand Anderem stammen. Um dies auszuschließen, soll zur Bestätigung die hier angefragte E-Mail verschickt werden.

Da diese aber automatisch immer werblichen Charakter hat, auch wenn keine direkte Produktwerbung platziert wird, sollte man grundsätzlich von solchen E-Mail Verifizierungen „ins Blaue“ absehen. Gehört die E-Mail Adresse tatsächlich einem Dritten, kann dieser eine Unterlassung mit entsprechenden Kosten und Ärger erwirken.

Unser Tipp: Weisen Sie den Kunden am Telefon darauf hin, dass er sich gerne auf der Webseite im Anmeldeformular eintragen kann und dann ein regulärer Double Opt-In Prozess startet, der beiden Seiten Sicherheit gibt. Tragen Sie Adressen nicht selbst für andere ein (egal ob direkt in die Datenbank, die Systemoberfläche oder ihre Anmeldeseite).

Sollten Sie dennoch versuchen wollen, die E-Mail Adresse per E-Mail bestätigen zu lassen, schicken Sie nach einem gescheiterten Versuch (es erfolgte keine Response) auf keinen Fall weitere E-Mails. Eine einzelne E-Mail, die nur darauf abzielt, die korrekte Inhaberschaft der E-Mail Adresse zu bestätigen, dürfte von den meisten Richtern im Streitfall als akzeptabel bewertet werden – wiederholte Versuche dagegen mit hoher Wahrscheinlichkeit als unzumutbare Belästigung.

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